Wer sind wir?
Die Grünhelme sind ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der sich weltweit für den Bau und Wiederaufbau von Schulen, Gesundheitsstationen und anderer sozialer Infrastruktur in Krisen- und Katastrophengebieten engagiert.
Der Verein wurde 2003 von Rupert Neudeck gegründet. Hintergrund war der Irak-Krieg und die zunehmende Feindseligkeit gegenüber Musliminnen und Muslimen nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Die Idee war, menschliche Verbindungen über religiöse, kulturelle und staatliche Grenzen hinweg zu schaffen – durch konkrete Bau- und Wiederaufbauprojekte, die für die Menschen vor Ort einen spürbaren Unterschied machen und besonders weniger Privilegierte im globalen Süden unterstützen.
Seit dem Tod von Rupert Neudeck im Jahr 2016 wird die Arbeit der Grünhelme von einem Kern aktiver Mitglieder getragen, die überwiegend ehrenamtlich tätig sind.
Begleitet werden die Grünhelme von einem breit aufgestellten Kuratorium, dem u. a. Wolfgang Thierse, Navid Kermani, Ruprecht Polenz und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger angehören.
Wofür stehen wir?
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen praktische Hilfe, Zusammenarbeit auf Augenhöhe und der respektvolle Umgang mit den Menschen vor Ort. Wir arbeiten eng mit lokalen Partnern zusammen und setzen auf direkte, gemeinsame Umsetzung: gemeinsam planen, gemeinsam bauen, gemeinsam Strukturen stärken. Unsere Teams bestehen aus Menschen mit handwerklicher oder bautechnischer Erfahrung, die bereit sind, ihre Fähigkeiten dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden.
Wie kommt es zu diesem Namen?
Der Name knüpft an die Idee internationaler Freiwilligendienste an: Menschen, die ihr Wissen und ihre Arbeitskraft solidarisch einsetzen, um gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften zerstörte oder fehlende Infrastruktur wieder aufzubauen. Die Grünhelme stehen für pragmatische Hilfe, Teamarbeit und die Überzeugung, dass gemeinsames Handeln mehr bewirkt als Absichtserklärungen.
Wie finanzieren wir uns?
Die Grünhelme finanzieren sich überwiegend aus Spenden von Privatpersonen. Hinzu kommen Zuwendungen von Stiftungen und mittelständischen Unternehmen. Wir verzichten bewusst auf staatliche Fördergelder, um unsere Unabhängigkeit zu wahren und da Projektförderungen in der Regel mit sehr hohem administrativem Aufwand verbunden sind.
Wie kann ich mitmachen?
Wir suchen Menschen mit praktischer Berufserfahrung – insbesondere aus dem Bauhandwerk, der Architektur, dem Bauingenieurwesen oder verwandten Bereichen. Entscheidend sind Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Respekt im Umgang mit anderen Kulturen und die Bereitschaft, für mindestens drei Monate in einem Projekt mitzuwirken.
Eine Verlängerung nach der Hälfte der Zeit auf sechs Monate ist möglich. Die Grünhelme leben und arbeiten immer dort, wo sie mit der Dorfbevölkerung die Gebäude aufbauen. Die Lebensbedingungen sind häufig hart, aber ausreichend. Unsere Einsätze sind ehrenamtlich; Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung und Versicherungen werden übernommen, zusätzlich gibt es eine Aufwandsentschädigung.
Wenn du dir vorstellen kannst, für einige Monate praktisch mit anzupacken und deine Fähigkeiten in ein internationales Team einzubringen, freuen wir uns über deine Bewerbung über unser Online-Bewerbungsformular.
Grünhelme e.V.
c/o Yvonne Neudeck
Verweyenstraße 3
D-53121 Bonn
Telefon: +49 176 21969418
Per E-Mail erreichen Sie uns unter: peace@gruenhelme.de
Vorstand
Vorstandsvorsitzender:
Simon Bethlehem (Jahrgang 1986) ist gelernter Tischler, daneben studierte er in Köln Sozialwissenschaften und Volkswirtschaft sowie Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt am Main. Erstmals 2011 für die Grünhelme in der DR Kongo, ist Simon 2013 in die Projektkoordination eingestiegen und hat seither Projektleitungen in Mauretanien, Kenia, Türkei/Syrien und Irak sowie aktuell im Libanon übernommen.
Stellvertretender Vorsitzender:
Max Werlein (Jahrgang 1982) ist Sohn zweier Mitarbeiter des „Komitee Cap Anamur“, die sich während eines Einsatzes in Uganda 1980 kennengelernt haben. Max Werlein studierte Energie- und Umwelttechnik in Hamburg und lebt und arbeitet seit 2012 in Leipzig. Seinen ersten Einsatz für die Grünhelme hatte Max Werlein 2009 im Rahmen eines Schulbauprojekts in der DR Kongo, Provinz Süd-Kivu. Seit Sommer 2013 hat Max Werlein sein berufliches Arbeitspensum reduziert und wieder vermehrt Aufgaben für die Grünhelme übernommen.
Mitglied des Vorstands:
Annabella Ranft (Jahrgang 1991) hat einen Master of Arts in Architektur der Hochschule Augsburg. Erste internationale Bauerfahrungen sammelte sie ab 2018 mit Projekten in Tansania und Nepal. Seit 2022 ist sie bei den Grünhelmen aktiv, übernimmt organisatorische Aufgaben und begleitet die Planung sowie Umsetzung der laufenden Projekte. Außerdem betreut sie die Öffentlichkeitsarbeit mit. Parallel zu ihrem Engagement bei den Grünhelmen absolviert Annabella eine Ausbildung zur Zimmerin in Freiburg und ist im Stiftungsrat einer gemeinnützigen Stiftung tätig. Wir freuen uns, sie als Schatzmeisterin im Vorstand begrüßen zu können.
Koordination:
Yvonne Neudeck (Jahrgang 1972) half schon als Schülerin beim Ausstellen von Spendenquittungen, denn die Zentrale vom Komitee Cap Anamur befand sich viele Jahre in ihrem Wohnzimmer: Sie ist die Tochter von Christel und Rupert Neudeck. Sie arbeitete nach ihrem Studium der Politikwissenschaften und Afrikanistik drei Jahre im Kosovo, um nach dem Krieg zerstörte Häuser wiederaufzubauen und die Bevölkerung über die Landminen-Gefahr aufzuklären. Anschließend ging sie für sechs Jahre nach Simbabwe, wo sie Nothilfeprojekte für AIDS-Patienten und Waisenkinder leitete sowie Einkommen schaffende Maßnahmen für Kleinbauern implementierte. Yvonne Neudeck hat 2016 die administrativen Geschicke der Grünhelme übernommen und kümmert sich aus Bonn um unsere Projekte in Nigeria und Syrien, wo wir mit lokalen Partnern zusammen arbeiten.
Ehrenvorsitzender (* 14. Mai 1939 / † 31. Mai 2016):
Rupert Neudeck wurde am 14. Mai 1939 in Danzig geboren. Im Februar 1979 gründete er zusammen mit Heinrich Böll das Komitee Cap Anamur. Von 1979 bis 1986 retteten die Hilfsschiffe 11.488 vietnamesische Flüchtlinge im Südchinesischen Meer. Zahlreiche hauptsächlich medizinische Projekte finden bis heute in vielen Ländern statt. Im Jahr 2003 gründete Rupert Neudeck mit Aiman Mazyek die Hilfsorganisation Grünhelme. Seine Promotion schrieb er im Fach Philosophie über „Die politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er als Journalist beim Deutschlandfunk in Köln. Rupert Neudeck bekam u.a. folgende Ehrungen: die Theodor-Heuss-Medaille, den Erich-Kästner-Preis, den Marion-Dönhoff-Preis, die Ehrendoktorwürde der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und die der Universität Prizren im Kosovo, den Bürgerpreis der deutschen Zeitungsverleger, den Erich-Fromm-Preis, den Bornheimer der Europaschule Bornheim.
Rupert Neudeck starb am 31. Mai 2016 in Siegburg.