Gesundheitsversorgung – next level

Im Nordosten Sierra Leones beginnen wir nun mit dem Bau einer Krankenschwestern-Schule. Die Absolventinnen sollen künftig im ländlichen Bereich eingesetzt werden und so die dortige Gesundheitsversorgung verbessern – auch in „unseren“ vier Gesundheitsstationen.

Von Simon Bethlehem

Bonn, 12. Dezember 2025 – Die Stadt Mongo-Bendugu im Nordosten von Sierra Leone war bis vor kurzem noch ein unscheinbares Dorf, erreichbar nur über eine unbefestigte Straße, mehr schlecht als recht. Ein kleiner Gesundheitsposten, eine katholische Mission und ein paar Schulen – geprägt jedoch im Wesentlichen von der Landwirtschaft.

Seit einigen Jahren ist Mongo-Bendugu nun die Hauptstadt des Falaba-Distrikts, der damals durch eine Umstrukturierung der Distrikte neu geschaffen wurde. Durch seinen neuen Status sind in Mongo seither Verwaltungsgebäude und neue Geschäfte entstanden, mehr Menschen aus der Umgebung haben sich hier angesiedelt. Auch die rund 100 Kilometer Straße nach Kabala, der Hauptstadt des Koinadugu-Distrikts, ist nun teilweise planiert worden. Die vormals sechs Stunden Fahrzeit haben sich so auf vier Stunden reduziert, sodass sich auch vermehrt andere Hilfsorganisationen blicken lassen.

Für uns war Mongo bisher eine Durchfahrtsstation, in unsere noch viel weiter abgelegenen Projektdörfer. Seit 2021 haben hier vermehrt die Absprachen mit den Schul- und Gesundheitsbehörden stattgefunden, nachdem diese von Kabala hergezogen waren. Auch der kleine Markt war hin und wieder einen Besuch wert.

Frauen aus der Region zu Krankenschwestern ausbilden

Nun ist Mongo unser neuer Projektort: Am Rande des Ortes hat die Gesundheitsbehörde ein Grundstück für den Bau einer Ausbildungsstätte für Krankenschwestern freigegeben. Diese sollen künftig die ländlichen Gesundheitsposten im Distrikt besetzen. Bisher kommen die Krankenschwestern zumeist aus der Region Freetown oder den größeren Städten Makeni und Bo.

Die Motivation der städtisch geprägten Frauen ins Hinterland zu gehen, wo es keinen Strom, kein fließendes Wasser und auch wenig Aufregendes zu erleben gibt, hält sich oft in Grenzen. Hinzu kommt durch die vielen verschiedenen Volksgruppen im Land auch häufig eine Sprachbarriere und ein kulturelles Fremdheitsgefühl.

Bereits 2022 als wir „unsere“ erste Gesundheitsstation in Seremodu gebaut haben, entstand gemeinsam mit dem dortigen Paramount Chief (traditionelle Autorität) und dem District Medical Officer (staatlich zuständige Person für den Gesundheitsbereich des Distriktes) die Idee einer solchen Ausbildungsstätte, um die ländliche Gesundheitsversorgung langfristig zu stärken. Zu häufig hatten die städtischen Krankenschwestern hingeschmissen und die Stationen zurückgelassen. Bis Nachfolgerinnen kamen, waren die Stationen länger unbesetzt und die Wege für die Menschen der umliegenden Dörfer zur Gesundheitsversorgung noch weiter.

Nun sollen Frauen aus der Region zu Krankenschwestern ausgebildet werden. Sie haben eine größere Identifikation mit der Gegend und ihren Menschen. Außerdem schaffen wir so zugleich neue berufliche Perspektiven für junge Frauen auf dem Land.

Eine Schule für 50 Azubis

Nun, mehr als drei Jahre später, liegen alle erforderlichen Unterlagen vor, die Regenzeit ist vorüber und es geht endlich los. Die Gesundheitsbehörde hat im Sommer sogar schon den ersten Ausbildungsjahrgang ins Leben gerufen, der aktuell noch in der Townhall, einer Art Dorfgemeinschaftshaus, unterrichtet wird.

Das neue Ausbildungszentrum ist für 50 Auszubildende vorgesehen.  Es umfasst einen Klassenraum, zwei Trainingsräume, ein Büro, ein Lager sowie ein Wohnhaus für Lehrkräfte. Die zweijährige Ausbildung umfasst dabei neben theoretischem Unterricht auch praktische Kurse. Eine Erweiterung der Schule zum Internat, in dem die Schülerinnen auch leben können, ist bereits angedacht.

Gestartet ist das Projekt Mitte November. Da der Bauplatz etwas außerhalb des Ortes liegt und Wohnraum in Mongo ohnehin knapp ist, haben wir uns zunächst eine kleine Hütte gebaut, die unser Freiwilligenteam bewohnt und zugleich als Materiallager dient.

Erprobte Bauweise und altbekannte Gesichter

Gebaut wird wieder mit Soil Stabilized Blocks (SSBs), zementgebundenen gepressten Lehmziegeln, mit denen wir den lokalen Lehmboden für stabile und langlebige Wände nutzen können. Die ersten 3.500 SSBs sind bereits produziert, die Fundamente gegossen und die Sockel aus Zementsteinen gemauert. Auch an den ersten Dachbindern, die aus Holz aus den umliegenden Wäldern gebaut werden, wird schon gearbeitet.

Wir arbeiten mit einem Team aus 25 lokalen Mitarbeitern, die wir größtenteils bereits aus unseren vorherigen Projekten in Mansadu, Tambia Balia und Bamboria kennen. Wir haben sie mit nach Mongo gebracht, da aktuell Erntezeit ist und in Mongo kaum Arbeiter zu bekommen sind. Viele unserer Mitarbeiter leben direkt mit uns an der Baustelle, sodass sich ein kleiner Compound mit einer tollen Gemeinschaft gebildet hat, wo wir abends häufig noch am Feuer zusammensitzen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Sierra Leone ist weiterhin eines der Länder mit der höchsten Säuglings- und Muttersterblichkeit. Grund dafür ist im Wesentlichen die schlechte Gesundheitsversorgung, besonders im ländlichen Raum. Deshalb haben die Grünhelme seit 2022 drei Gesundheitsstationen im Falaba-Distrikt errichtet. Mit unserem neuen Projekt wollen wir die lokale Gesundheitsbehörde unterstützen, die Versorgung mit Fachkräften langfristig zu stärken. Wir sind für jede Spende, die zum Gelingen des Projektes beiträgt, sehr dankbar.

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2025-12-15T16:24:23+01:00

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