Seit Anfang August gibt es in Durukoro, einem abgelegenen Dorf im Nordosten Sierra Leones, eine neue Gesundheitsstation – die vierte im Falaba-Distrikt. Damit kommen wir dem Ziel der sierra-leonischen Gesundheitsbehörde, allen Menschen innerhalb von zehn Kilometern medizinische Versorgung zu ermöglichen, einen wichtigen Schritt näher.
Von Tobias Lange, Projektleiter Sierra Leone und Syrien
Durukoro, 16.09.2025 – Nach neun Monaten Bauzeit konnte die neue Gesundheitsstation fertiggestellt und an die Dorfgemeinschaft sowie die Gesundheitsbehörde übergeben werden. Die Station umfasst ein Hauptgebäude mit Behandlungsräumen, Büro, Lager, Technikraum sowie einen separaten Geburtswarteraum. Ergänzt wird dies durch eine Unterkunft mit zwei Wohnungen für Krankenschwestern. Damit erhalten nun zehn umliegende Dörfer und Gemeinschaften der Ethnie der Fullah Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung in einem schwer zugänglichen Gebiet. Besonders profitieren Frauen und Neugeborene, die bei Geburten unterstützt, medizinisch versorgt und geimpft werden können. Auch kleinere Verletzungen werden behandelt, und Medikamente gegen Malaria sind verfügbar.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Nachsorgeuntersuchungen, da viele Frauen noch immer zu Hause gebären. Laut den Daten unserer drei bestehenden Gesundheitsstationen in Seremodu, Mansonia und Bamboria werden zwar fast doppelt so viele Kinder zu Hause geboren, doch die meisten Neugeborenen kommen innerhalb von 48 Stunden für einen Check-up in die Stationen.
Die bisherigen Stationen sind ein großer Erfolg
Jeden Monat werden dort zusammen etwa 28 Schwangere betreut, 20 Geburten begleitet und rund 50 Kinderimpfungen durchgeführt – dazu kommen Nachsorgebesuche und weitere Behandlungen. Insgesamt konnten bereits über 16.000 Impfungen Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen gegen Krankheiten wie Gelbfieber, Tetanus, Rotaviren, Pneumokokken und Polio verabreicht werden. Die vierte Station in Durukoro hat erst vor wenigen Wochen ihren Betrieb aufgenommen und wird diesen Beitrag weiter verstärken. Kleine Zahlen, aber für die betroffenen Familien bedeuten sie den entscheidenden Unterschied – in einem Land mit einem der schwächsten Gesundheitssysteme weltweit, besonders in abgelegenen Regionen wie dem Falaba-Distrikt.
Ich hatte im vergangenen Jahr die Gelegenheit, die Stationen zu besuchen, und war beeindruckt vom regen Betrieb und der positiven Resonanz der Menschen. Trotz der Vorbehalte gegenüber moderner Medizin, insbesondere in ländlichen Regionen Sierra Leones, zeigt die hohe Nutzung der Stationen, dass die Angebote gut angenommen werden.
Schule für Pflegekräfte in Mongo
Um die bisherigen Erfolge weiter auszubauen und das Gesundheitssystem im Falaba-Distrikt nachhaltig zu stärken, planen wir den Bau einer Schule für Pflegekräfte. Der Baustart ist für November 2025, nach Ende der Regenzeit, vorgesehen. Die Schule soll Platz für 50 Schüler und Schülerinnen bieten und aus einem Klassenraum, zwei Trainingsräumen, Büro, Lager sowie einem Haus mit zwei Wohneinheiten für Lehrkräfte bestehen. Bei ausreichender finanzieller Unterstützung ist zusätzlich der Bau einer Unterkunft für die Schülerinnen geplant, um die immer knapper werdenden Unterbringungsmöglichkeiten im Dorf zu verbessern.
Weitere Fotos des Baus und der Eröffnung
Die Grünhelme sind seit 2018 in Sierra Leone aktiv und fokussieren sich bewusst auf den ländlichen Raum. Bisher sind sechs Schulen und vier Gesundheitsstationen entstanden.
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Vierte Gesundheitsstation stärkt medizinische Versorgung im Falaba-Distrikt
Seit Anfang August gibt es in Durukoro, einem abgelegenen Dorf im Nordosten Sierra Leones, eine neue Gesundheitsstation – die vierte im Falaba-Distrikt. Damit kommen wir dem Ziel der sierra-leonischen Gesundheitsbehörde, allen Menschen innerhalb von zehn Kilometern medizinische Versorgung zu ermöglichen, einen wichtigen Schritt näher.
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